Netzqualität messen: Oberschwingungen, THD und Leistungsfaktor im Blick

Netzqualität messen: Oberschwingungen, THD und Leistungsfaktor im Blick

Elektrische Störungen erkennen, bevor sie zum Anlagenproblem werden!

In Produktions- und Energieanlagen bleiben viele elektrische Einflüsse zunächst unbemerkt. Frequenzumrichter, Schaltnetzteile und Wechselrichter verbessern zwar Effizienz und Automatisierung, können aber gleichzeitig Rückwirkungen auf das elektrische Netz verursachen.

Die Folgen zeigen sich oft erst später:

  • sporadische Anlagenstörungen
  • unerklärliche Fehlermeldungen in Steuerungen
  • erhöhte Erwärmung elektrischer Komponenten
  • steigende Energieverluste
  • verkürzte Lebensdauer von Betriebsmitteln

Die Herausforderung: Diese Ursachen sind mit bloßem Auge nicht erkennbar.

Während eine klassische Messung nur eine Momentaufnahme liefert, ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und gezielt zu reagieren.

Eine kontinuierliche Netzqualitätsmessung macht wichtige elektrische Parameter sichtbar und hilft dabei, Auffälligkeiten frühzeitig zu erkennen. Für diese Aufgabe stehen heute kompakte Energiemessgeräte wie der Performance Sensor eCap von TELE Haase zur Verfügung.

Performance Sensor eCap

Praxis-Tipp: Für die kontinuierliche Überwachung von Netzqualität eignet sich beispielsweise der Performance Sensor eCap von TELE Haase. Das kompakte Energiemessgerät erfasst wichtige Netzparameter und lässt sich über Modbus RTU einfach in bestehende Automatisierungssysteme integrieren.

  • bis 277 V AC (Sternspannung) / 480 V AC (Außenleiterspannung)
  • 3-Phasen Energiemessgerät mit Modbus RTU/RS485
  • 2 Digitalausgängen und 1 Digitaleingan
  • Präzises Energie-, Leistungs- und Netzqualitätsmessgerät
  • Einsatzbereiche:
    • Industrieautomation, Energiemanagement und Schaltschrankbau

 Der Performance Sensor eCap ist direkt in unserem Energie-Shop erhältlich.

Dort finden Sie detaillierte technische Informationen, Datenblätter sowie die Möglichkeit, das Energiemessgerät bequem online zu bestellen.

 

Oberschwingungen messen: Rückwirkungen im Stromnetz erkennen

Elektrische Verbraucher haben heute einen hohen Anteil an Leistungselektronik. Diese arbeitet effizient, kann aber die ursprüngliche Sinusform von Spannung und Strom beeinflussen.

Dadurch entstehen sogenannte Oberschwingungen.

Typische Verursacher sind:

  • Frequenzumrichter in Antrieben
  • Schaltnetzteile in Steuerungen
  • Wechselrichter in Energieanlagen
  • weitere elektronische Verbraucher

Zu hohe Oberschwingungen können verschiedene Auswirkungen haben:

  • zusätzliche Belastung von Leitungen und Betriebsmitteln
  • Erwärmung von Transformatoren und Komponenten
  • Störungen empfindlicher Elektronik
  • schlechtere Energieeffizienz

Mit einer gezielten Messung lassen sich diese Netzrückwirkungen erkennen und bewerten.

 

THD Netzqualität: Verzerrungen messbar machen

Ein wichtiger Kennwert zur Bewertung der Netzqualität ist der THD-Wert (Total Harmonic Distortion).

Er beschreibt die Verzerrung eines elektrischen Signals durch Oberschwingungen.

Ein niedriger THD-Wert spricht für eine saubere Netzform. Ein erhöhter Wert kann auf problematische Verbraucher oder eine stärkere Belastung des Netzes hinweisen.

Für Anlagenbetreiber bedeutet das:

THD messen hilft dabei, elektrische Auffälligkeiten nicht nur zu vermuten, sondern anhand von Messdaten zu analysieren.

Thomas Gregorn, Inhaber von JaunaTronic: „Wer Netzqualität dauerhaft verbessern möchte, braucht belastbare Messdaten. Erst wenn Oberschwingungen, THD oder der Leistungsfaktor kontinuierlich erfasst werden, lassen sich Ursachen zuverlässig eingrenzen und Optimierungsmaßnahmen gezielt umsetzen.“

 

Leistungsfaktor messen: Energieverbrauch richtig bewerten

Der Energieverbrauch in Kilowattstunden zeigt nicht immer, wie effizient eine Anlage arbeitet.

Der Leistungsfaktor gibt Aufschluss darüber, wie effektiv die elektrische Energie genutzt wird und wie stark das Netz tatsächlich belastet wird.

Ein ungünstiger Leistungsfaktor kann bedeuten:

  • höhere Ströme im Netz
  • stärkere Belastung von Leitungen und Komponenten
  • zusätzliche Verluste

Für Betreiber ist die Messung des Leistungsfaktors daher ein wichtiger Bestandteil einer ganzheitlichen Anlagenanalyse.

Kurz erklärt:

  • Wirkleistung (kW): die Leistung, die tatsächlich genutzt wird
  • Blindleistung (kvar): entsteht beispielsweise bei Motoren und Transformatoren und belastet das Netz
  • Scheinleistung (kVA): beschreibt die gesamte elektrische Belastung

 

Energiemessgerät mit Modbus RTU: Messwerte direkt in SPS und SCADA integrieren

Eine moderne Messlösung liefert nicht nur Werte – sie macht diese nutzbar.

Viele moderne Energiemessgeräte übertragen ihre Messwerte über Modbus RTU und lassen sich dadurch problemlos in bestehende Automatisierungs- und Energiemanagementsysteme integrieren.

Damit können Informationen direkt in bestehende Systeme integriert werden:

  • SPS-Steuerungen
  • SCADA-Systeme
  • Energiemanagementsysteme
  • Gebäudeautomatisierung

So entstehen neue Möglichkeiten:

  • Anlagenzustände überwachen
  • Veränderungen frühzeitig erkennen
  • Energieflüsse analysieren
  • Optimierungspotenziale identifizieren

Die Messdaten stehen dort zur Verfügung, wo sie benötigt werden.

 

Permanente Netzqualitätsmessung statt Momentaufnahme

Eine einmalige Netzwerkanalyse kann wichtige Erkenntnisse liefern – zeigt aber nur eine bestimmte Situation.

In der Praxis verändern sich elektrische Belastungen laufend:

  • unterschiedliche Produktionszeiten
  • wechselnde Maschinenzustände
  • variable Lasten
  • wechselnde Einspeisungen

Eine permanente Messung ermöglicht dagegen eine kontinuierliche Bewertung:

✓ Veränderungen erkennen
✓ Ursachen von Störungen schneller eingrenzen
✓ Anlagenbetrieb optimieren
✓ Energieverbrauch besser verstehen

Genau hier liegt der Vorteil einer dauerhaften Netzqualitätsüberwachung gegenüber einer einmaligen Messung.

Welche Messlösung eignet sich für die kontinuierliche Netzüberwachung?

Für die dauerhafte Erfassung von Netzparametern eignet sich beispielsweise der Performance Sensor eCap von TELE Haase. Das kompakte Energiemessgerät wurde für industrielle Anwendungen entwickelt und unterstützt unter anderem die Übertragung der Messwerte über Modbus RTU.

Typische Einsatzbereiche:

  • Maschinen- und Anlagenbau
  • Schaltschrankbau
  • Produktionsanlagen
  • Energieanlagen

Durch die Integration über Modbus RTU können Messwerte direkt in bestehende Automatisierungs- und Energiemanagementsysteme eingebunden werden.

 

Stromwandler: Die Basis für präzise Energiemessung

Für eine zuverlässige Strommessung sind passende Stromwandler ein wichtiger Bestandteil der Messkette. Sie ermöglichen die sichere Erfassung von Strömen und bilden die Grundlage für professionelle Energie- und Netzqualitätsmessungen.

Erst das Zusammenspiel aus geeignetem Energiemessgerät und passendem Stromwandler ermöglicht eine präzise Erfassung von Strom, Leistung und Netzqualität.

Im Energie-Shop finden Sie eine große Auswahl an preislich attraktiven Stromwandlern für unterschiedliche Anwendungen – von Standardlösungen bis hin zu speziellen Ausführungen für industrielle Messaufgaben.

➡️ Stromwandler im Energie-Shop entdecken


Praxisbeispiel: Netzprobleme in Produktionsanlagen erkennen

Eine Produktionsanlage mit mehreren Frequenzumrichtern zeigt sporadische Steuerungsfehler und schwer nachvollziehbare Stillstände.

Durch die kontinuierliche Erfassung von Netzparametern können Auffälligkeiten bei THD und Leistungsfaktor sichtbar gemacht werden.

Die Messdaten liefern wichtige Hinweise darauf, ob Netzrückwirkungen eine mögliche Ursache darstellen und welche Maßnahmen sinnvoll sind.

 

Fazit: Netzqualität wird messbar

Elektrische Probleme entstehen nicht immer durch eine fehlende Versorgung. Häufig liegt die Ursache in der Qualität des vorhandenen Netzes. Oberschwingungen, THD-Werte und Leistungsfaktor sind entscheidende Faktoren für die Zuverlässigkeit moderner Anlagen.

Eine kontinuierliche Netzqualitätsmessung schafft die Grundlage, elektrische Anlagen besser zu verstehen, Energie effizienter zu nutzen und Störungen frühzeitig zu erkennen. So wird aus einem unsichtbaren Störfaktor eine messbare Grundlage für sichere und effiziente Prozesse.

Sie möchten eine konkrete Messaufgabe lösen?

Beschreiben Sie uns Ihre Anwendung – wir unterstützen Sie bei der Auswahl der passenden Lösung.



Zurück zum Blog